Elian Volk und die GENA Massivholz Manufaktur: Ein Tisch, der Geschichten erzählt

  • 22 Okt 2026
  • Regio Ortenau

Fotos: © GENA Massivholz Manufaktur

Geschätzte Lesezeit: ca. 5 Minuten

#RegioGespräch: Wie ein IT-Vertriebler im Nordracher Schwarzwald zum Botschafter für Massivholz aus der Heimat wurde

Vor wenigen Monaten verkaufte er noch IT-Serviceverträge. Heute klingelt Elian Volk an Haustüren in der Ortenau und erzählt von Thermoholz und Möbeln, die Generationen überdauern sollen. Ein Gespräch über Mut, Menschlichkeit und ein „G“ auf dem Tisch.

Oktober 2026, Nordrach, apg. Punkt elf Uhr meldet sich Elian Volk. Eigentlich wollte er gerade bei einem Neukunden klingeln, nun setzt er sich für das Gespräch ins Auto. Als Vertriebsleiter der GENA Massivholz Manufaktur in Nordrach geht der 26-Jährige dorthin, wo die Menschen sind, bisweilen auch ganz klassisch von Haustür zu Haustür.

In jüngster Vergangenheit sah sein Alltag noch anders aus: Volk ist gelernter IT-Vertriebler und schloss seine Ausbildung bei der Leitwerk in Appenweier im Juli ab. Dort sei „alles in Einsen und Nullen abgebildet“ gewesen, sagt er, und „wenig persönlich“. Als Hobbyfotograf zog es ihn zu Menschen und Bildern.

Vom Fotografen zum Vertriebsleiter

Das führte ihn zu GENA. Daniel Gießler, Inhaber der Manufaktur und Freund aus Jugendtagen, hatte aus dem Holz seines Hofs Möbel gebaut und suchte jemanden, der sie fotografiert. Beim zweiten Shooting auf dem Hof zeigte er ihm Betrieb und Wald. „Da war ich natürlich mega überwältigt“, erinnert sich Volk. Bald fragte Gießler, ob er den Vertrieb übernehmen wolle.

Ganz ohne Risiko war das nicht. Neben der Ausbildung betreute Volk abends, manchmal bis Mitternacht, LinkedIn und Instagram für GENA. Direkt nach dem Abschluss wechselte er, „das größte Risiko“, sagt er, denn im Ausbildungsbetrieb hätte er eine feste Abteilung gehabt. Seitdem ergänzen sich die beiden: Gießler kümmert sich ums Handwerk, Volk ums Kaufmännische. Später soll er als Gesellschafter einsteigen.

Was das G bedeutet

Früher firmierte alles unter dem Namen Hermeshof, erzählt Volk: Forstarbeit, Ferienwohnung und anfangs auch die Möbel. Weil das nicht mehr recht zusammenpasste, entstand Ende 2025 die Marke GENA; der Hermeshof besteht weiter. Das G stehe für Generation, E für Energie, N für Natur, A für Aura. „Jeder Baum hat seinen eigenen Charakter“, sagt Volk.

„Bäume sind Heiligtümer. Wer mit ihnen zu sprechen, wer ihnen zuzuhören weiß, der erfährt die Wahrheit“, schrieb Hermann Hesse 1918. Bei GENA kann man das fast wörtlich nehmen: Kunden dürfen sich auf dem Hof einen Stamm aussuchen, aus dem später ihr Tisch entsteht. Gießler erklärt dabei, warum ein Baum gefällt werden muss, damit junge Bäume Licht bekommen. „Wenn man sich einen Tisch im Möbelgeschäft kauft, wird das kein Mensch rauskriegen, außer man kauft ihn bei uns“, sagt Volk.

Wussten Sie schon? 6 Fakten zu GENA

› GENA Massivholz Manufaktur, Schottenhöfen 13, 77787 Nordrach; Inhaber: Daniel Gießler.

› Die Marke GENA entstand Ende 2025, der Hermeshof besteht weiter.

› Vier Bereiche: Living, Outdoor, Unikate, Vision.

› Das Holz stammt laut GENA aus dem Schwarzwald, größtenteils von eigenen Waldgrundstücken.

› Thermoholz wird laut GENA bei 180 bis über 200 Grad unter Wasserdampf und ohne Chemie behandelt.

› Team laut Volk: fünf Vollzeitkräfte, zwei Minijobber auf Abruf.

Eine Lounge für den Europa-Park

Der Durchbruch kam über LinkedIn: Der Europa-Park suchte nach Volks Schilderung eine Lounge aus Holz mit Polstern. GENA bekam den Auftrag im Frühjahr 2026 und setzte auf Thermoholz, das länger hält, und auf eine indirekte Verschraubung, damit keine Schrauben zu sehen sind.

Thermoholz, erklärt Volk, nimmt kaum noch Wasser auf und ist leichter, aber spröder als normales Holz. Deshalb braucht es eine stabile Unterkonstruktion. Zunächst kaufte GENA es zu. Heute wird das Holz im Schwarzwald gefällt und gesägt und thermisch veredelt. Zum Transportweg: Teakholz legt nach Volks Rechnung rund 12.000 Kilometer zurück, das GENA-Holz rund 600, „im Maßstab ein auf einen Meter ausgeklappter Zollstock im Vergleich zu einem Streichholz“. Die wasserfesten Polster stammen aus einem Betrieb in Zell am Harmersbach, keine China-Ware, betont er.

Ein Tisch für Generationen

Warum ein Massivholztisch mehr ist als ein Möbelstück, beschreibt Volk so: Er erlebt Weihnachtsfeste und Familienfeiern und geht irgendwann an die nächste Generation. Das erinnert an Goethe: „Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen.“ Auf der Messe stand ein Nussbaum, nach Volks Angabe 270 Jahre alt. Einen Tisch daraus wegzuschmeißen, sagt er, wäre, „als würde man ein Stück Geschichte wegwerfen“.

Neu ist bei GENA die Taktik, persönlich an Haustüren zu klingeln statt Flyer zu verteilen. Auf der Oberrheinmesse hing ein Banner mit „77787 Nordrach“; viele Besucher hätten gesagt, von GENA noch nie gehört zu haben. Das soll sich ändern. „Black Forest ist international ein Wort“, sagt Volk, der bei einer USA-Reise erste Kontakte knüpfte. Export sei ein Ziel für später.

Heimat, die man lebt

Heimat ist für Volk mehr als ein Verkaufsargument. Er wurde in Gengenbach geboren, geht mit seinem Hund im Wald spazieren und kickt in der Reserve in Unterharmersbach. „Wir verkaufen es nicht nur, sondern wir leben es auch“, sagt er. Mit einem Megafon würde er rufen, man solle trotz grauer Zeiten „die Menschlichkeit nicht verlieren“ und „immer ein Lächeln im Gesicht“ haben: „Wir haben hier so einen schönen Fleck.“

Wer Elian Volk und GENA erleben möchte, geht am besten den persönlichen Weg: zuerst gern per Telefon oder E-Mail, danach zu Hause bei den Kunden oder auf dem Hof.

Volks Wunsch: Wer Möbel sucht, soll sich zuerst bei GENA erkundigen. Das gebrandete „G“ soll auf möglichst vielen Tischen der Region stehen, Tischen, die Geschichten erzählen.

Kontakt

Betrieb GENA Massivholz Manufaktur
Adresse Schottenhöfen 13, 77787 Nordrach
Telefon 0151 16793742
E-Mail info@gena-design.de
Website www.gena-design.de

Kurz zusammengefasste FAQ

Wer ist Elian Volk?

Der 26-jährige Vertriebsleiter der GENA Massivholz Manufaktur in Nordrach. Er ist gelernter IT-Vertriebler und kam über die Fotografie zu GENA.


Was macht die GENA Massivholz Manufaktur?

Sie baut Möbel aus Massivholz und Thermoholz in vier Bereichen: Living, Outdoor, Unikate und Vision. Inhaber ist Daniel Gießler.


Woher kommt der Name GENA?

Die Buchstaben stehen für Generation, Energie, Natur und Aura. Die Marke entstand Ende 2025 aus dem Hermeshof.


Kann man sich das Holz für seinen Tisch aussuchen?

Ja, Kunden dürfen sich auf dem Hof einen Stamm aussuchen, aus dem später ihr Tisch entsteht.


Wie erreicht man GENA?

GENA Massivholz Manufaktur, Schottenhöfen 13, 77787 Nordrach, Telefon 0151 16793742, E-Mail info@gena-design.de, www.gena-design.de.

Text: apg.

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